Blitzumfrage: Aussichten trüben sich angesichts Holzmarktsituation & Teil-Lockdown ein

Laut einer aktuellen Blitzumfrage des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V. sind die Aussichten für seine Branchenmitglieder etwas schlechter geworden. Insbesondere die sich zuspitzende Schnittholzsituation, steigende Holzpreise und die fehlende Planbarkeit angesichts des zweiten Teil-Lockdowns setzen den fast ausschließlich kleinen und mittelständischen Familienunternehmen der Branche zu. Zugleich zeige sich in der Befragung auch, wie flexibel die traditionelle Branche auf die digitalen Herausforderungen in der Corona-Pandemie reagiert, schreibt der Verband.

Nach bisher zwei Umfragen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Holzpackmittelindustrie nahmen aktuell 110 Unternehmen an einer dritten Umfrage des Verbandes teil. Befragt nach den Folgen der Krise, geben 70 Prozent der Unternehmen an, negativ von Umsatzeinbußen betroffen zu sein. Dies bedeutet immerhin eine leichte Verbesserung zur vorherigen Umfrage, dort waren es 73 Prozent der Befragten. „Allerdings sind die Prognosen für die kommenden 3 Monate nicht rosig: 66 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen weiter von gleichbleibenden bis deutlich zunehmenden nachfrageseitig bedingten Einbußen aus“, so Kirschner. Und er ergänzt: „Hinzu gekommen ist eine neue, besorgniserregende Dimension: Sprunghaft angestiegen gegenüber den letzten Umfragen sind die Sorgen um die Lieferketten. 39 Prozent der Befragten erwarten Versorgungsengpässe bei Schnittholz und Holzwerkstoffen. Dieser Wert hat sich von 12 Prozent gegenüber der letzten Befragung mehr als verdreifacht.“

Auch der Optimismus der zweiten Umfrage für den wirtschaftlichen Ausblick 2021 hat sich deutlich eingetrübt. Waren es im Sommer noch 39 Prozent, die eine Besserung der Lage erwartet hatten, so sind es nun mit 24 Prozent deutlich weniger. „Hauptgründe dafür sind in den steigenden Corona-Fallzahlen zum Zeitpunkt der Befragung Ende Oktober zu sehen und dem sich da schon abzeichnenden zweiten Teil-Lockdown sowie die Preisrallye an den Schnittholzmärkten insbesondere in den USA“, erklärt der HPE-Geschäftsführer.

Aktuell sind noch immer die Bereiche Exportverpackungen (37 Prozent), Kisten- (43 Prozent) und Palettenherstellung (40 Prozent) in den Unternehmen stärker von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise betroffen als beispielsweise Lagerung (5 Prozent) oder Logistik (8 Prozent). Die coronabedingten Auswirkungen im Export sowie auf den schrumpfenden außereuropäischen und europäischen Märkten stellen besonders diese Bereiche vor große Herausforderungen. Das Instrument der Kurzarbeit wird insgesamt weniger genutzt, da einerseits die Schwankungen beim Auftragseingang deutlich zugenommen haben und andererseits angesichts steigender Fallzahlen mehr Flexibilität für etwaige Quarantänen bei Mitarbeitern benötigt werde.

Befragt nach den digitalen Veränderungen in der Branche, zeigt sich ein erfreuliches Bild. Während vor dem Beginn der Corona-Pandemie bei 14 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter im Homeoffice beschäftigt waren, hat sich dieser Wert im Verlauf der Krise mehr als verdoppelt auf 34 Prozent. Auch wenn sich bei der Umsetzung von Homeoffice diverse Widrigkeiten ergeben können, gaben 78 Prozent der befragten Unternehmer an, damit keine Probleme zu haben. „Dies zeigt, wie anpassungsfähig die teilweise in sechster oder siebter Generation geführten Branchenbetriebe arbeiten“, fasst der Verbandsmann die Flexibilität der Verbands-Unternehmen und -Mitarbeiter abschließend zusammen.

(Quelle: HPE e.V.)

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