Holzpackmittelindustrie beklagt unkalkulierbare Preissteigerungen

Neben den negativen Auswirkungen der Corona-Krise setzt die aktuelle Lage am Holzmarkt die Unternehmen der Holzpackmittelindustrie massiv unter Druck. Über alle Materialien, Sortimente und Produktgruppen hinweg herrscht eine mehr als angespannte Versorgungslage. Das betrifft die zur Aufrechterhaltung der Produktion drei essenziellen Bereiche: Verfügbarkeit, Lieferzeit, Preis. Für ein realistisches Bild der aktuellen Situation führte der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackungen (HPE) e.V. Ende März eine Umfrage zu Versorgungslage und Marktentwicklung durch, an der 160 Mitgliedsunternehmen teilnahmen.

„Am schlimmsten sieht es bei den Einkaufspreisen für Schnittholz aus“, erklärt HPE-Geschäftsführer Marcus Kirschner. „Preisangaben der Holzhändler seien meist nur 24 bis 48 Stunden, maximal für eine Woche gültig. Ein Drittel der Unternehmen geben an, von geplatzten Lieferverträgen und Bestellungen betroffen zu sein.“ Weitere 15 % bestätigen, dass nicht nur Lieferverträge beziehungsweise Bestellungen, sondern auch Rahmenverträge einseitig gekündigt oder storniert werden.

90 % der Befragten berichten, dass bestimmte Sortimente nur noch eingeschränkt verfügbar seien, für 64 % sind einige Sortimente gar nicht mehr verfügbar. Bei 57 % der Unternehmen fehlen wichtige Sortimente im Lagerbestand ganz.

Ein ähnlich bedrohliches Bild zeichnen die Unternehmen beim Sperrholz, das fast 80 % Prozent der Betriebe für ihre Produkte benötigen. Für 70 % sind bestimmte Sortimente nur noch eingeschränkt und für 42 % gar nicht mehr verfügbar. Besonders skandinavisches Laubsperrholz (70 %), Sperrholz aus West- und Mitteleuropa (50 % und 52 %) sowie aus Russland und Osteuropa (50 % und 56 %) sind zum Zeitpunkt der Befragung Ende März nur stark eingeschränkt verfügbar. Wo überhaupt noch Angaben zur Lieferzeit gemacht würden, lägen diese mitunter bei mehr als 12 Wochen. Gleichzeitig verkürzten sich die Preisangaben der Lieferanten: „48 Stunden“ sei das Maximum.

Bei OSB sehe es hinsichtlich Preisen, Lieferzeiten und Verfügbarkeit auch nicht besser aus. 87 % der Befragten gaben an, dass bestimmte Sortimente nur noch eingeschränkt verfügbar sind. 35 % der Lieferanten machen keine Angaben zur Lieferzeit mehr.

„Um der sehr angespannten Versorgungslage am Holzmarkt zu begegnen, haben die Unternehmen verschiedene Gegenmaßnahmen ergriffen“, berichtet Kirschner. „Rund die Hälfte hat bereits Aufträge verschoben, mehr als ein Drittel hat Aufträge abgesagt, Kunden erhalten nur Kontingente.“ Über 20 % der Unternehmen waren bereits gezwungen, ihre Produktion zu drosseln. Auf Personalentlassungen wurde bisher weitestgehend verzichtet, allerdings mussten bereits 6 % Kurzarbeit beantragen.

„Die Unternehmen der Holzpackmittelindustrie treffen die Pandemie und der extrem schwierige Schnittholzmarkt ins Mark. Deutlich steigende Stahlpreise für Verbindungsmittel und Träger sowie Container- und Speditionskosten kommen hinzu“, fasst der HPE-Geschäftsführer die dramatische Lage zusammen. „Die derzeitigen Beschaffungsprobleme führen zu Liquiditätsengpässen, fehlender Planbarkeit und einer enormen Unsicherheit bei den Unternehmen.“

In letzter Konsequenz könnte gar der gesamte Warentransport bedroht sein: „Um Produktionsprozesse effizient planen und zuverlässig steuern zu können, sind zuverlässige Lieferzeiten von enormer Bedeutung. Durch die im Allgemeinen sehr geringen Margen der Branche schlagen die derzeitigen Entwicklungen sofort auf die Liquidität sowie die Produktions- und Lieferfähigkeit der Unternehmen durch. Unsere Unternehmen können ihre Paletten und anderen Holzpackmittel nur produzieren, wenn die Zulieferer auch liefern. Da dies derzeit nicht gegeben ist und sich die Situation täglich zuspitzt, sind Beeinträchtigungen im gesamten Warenverkehr innerhalb Deutschlands und auch beim Export nicht mehr auszuschließen“, so Kirschner abschließend.

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(Quelle: HPE e.V.)

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